• Schulprofil

      • Wir möchten den bereits begonnenen Weg der „Neuen Autorität“ von Prof. Haim Omer (Universität Tel Aviv) intensiv weitergehen.

        Diese Methode setzt  zuallererst bei der Entwicklung der professionellen Präsenz der handelnden Personen (LehrerInnen, Eltern, Führungskräfte,...) an. Sie macht sie fähig, im Lebens- und Arbeitsalltag respektvoll, achtsam, mit Begeisterung und gewaltfrei präsent zu sein und, wenn notwendig, gewaltlosen Widerstand zu leisten.
        Eine der sieben Säulen der „Neuen Autorität“ ist auch der  Aufbau von Netzwerken (Eltern, Verwandte, Bekannte der SchülerInnen, Personen des öffentlichen Lebens, …). Das ermöglicht das Erreichen von gemeinsamen Zielen, was wiederum zur Verbesserung des Miteinanders führt, ob zu Hause, in der Familie oder in der Schule.

        Mehr zur Neuen Autorität

      • Stärke statt Macht

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        Neue Autorität in der Schule

        ein pädagogisches Konzept von Haim Omer

         

        Das Konzept der Neuen Autorität gründet auf Beziehung, Präsenz und Führung anstelle von Machtdemonstration, Bestrafung und Unterdrückung.

        Jede Autoritätsperson ist Repräsentant eines sie autorisierenden Netzwerkes und mit bestimmten Befugnissen ausgestattet, z. B. im Fall der Lehrperson, Verhaltensregeln einzufordern.

        Die Neue Autorität bietet ein Instrumentarium, das den schulischen Erziehungs- und Unterrichtsalltag erleichtert und LehrerInnen stärken soll, um in herausfordernden Situationen als Netzwerk agieren und SchülerInnen Orientierung und Schutz bieten zu können.

        Die 7 Säulen:

        1. PRÄSENZ
        • Physische Präsenz: Anwesenheit vor Ort im Unterricht, in der Aufsicht usw. 
        • Emotional - moralische Präsenz: Modellfunktion der Lehrkraft – er/sie lebt, was er/sie vom Schüler/von der Schülerin einfordert 
        • Handelnde Präsenz: äußert sich in wachsamer Sorge, Beharrlichkeit und Widerstand gegen unerwünschtes Verhalten 
        • Interpersonale Präsenz: LehrerIn als Repräsentant eines Netzwerks > als „Wir“ agieren!

         

        1. SELBSTKONTROLLE

        LehrerInnen können das Verhalten der SchülerInnen nicht kontrollieren, aber sie können ihr eigenes Verhalten kontrollieren. Das bedeutet z. B. ein Aussteigen aus Machtkämpfen. Es geht nicht darum, die SchülerInnen zu besiegen, sondern beharrlich zu bleiben im Einfordern von erwünschtem Verhalten > Positionierung und „Selbstverankerung“!

        Prinzip „Aufschub“ zur Eskalationsvermeidung und zugunsten einer guten Lösung: die „Vertagung“ wird angekündigt – „Ich komme darauf zurück!“ und erweitert den Handlungsspielraum (schmiede das Eisen, wenn es kalt ist).
         

        1. NETZWERK

        Die Bildung von Netzwerken (KollegInnen, Eltern, Opa, Oma, Tante, Onkel, Godi, Gödi, …) dient der gegenseitigen kollegialen Unterstützung und Stärkung, befreit den Einzelnen aus der Isolation, erhöht die Handlungsfähigkeit, ermöglicht eine geeinte und koordinierte Vorgehensweise und stärkt das Wir-Gefühl (für Eltern: „You never walk alone!“).
        Sie dienen zugleich der Unterstützung der SchülerInnen beim Erarbeiten von sozial akzeptierten Verhaltensalternativen und begleiten sie bei der Rückführung in die Gemeinschaft.

         

        1. GEWALTLOSER WIDERSTAND

        Im gewaltlosen aber beharrlichen Widerstand gegen unangemessenes, gemeinschafts­widriges Verhalten werden die Regeln und Werte einer Gemeinschaft, welche die Erziehungsperson repräsentiert, deutlich gemacht und nachdrücklich eingefordert. Diese Form gewaltloser Kommunikation ist zudem ein beispielhaftes Modell für den erwünschten friedlichen Umgang miteinander.
         

        1. VERSÖHNUNGS- UND BEZIEHUNGSGESTEN

        Parallel zum Widerstand erfolgende Beziehungsgesten bringen eine Differenzierung zwischen dem unangemessenen Verhalten und der Person zum Ausdruck. Wenn durch die bloße Konzentration auf Widerstandsmaßnahmen auf die Beziehungsgestaltung vergessen wird oder gar ein Beziehungsabbruch erfolgt, lohnt sich für das Kind die Anstrengung der Mitarbeit nicht mehr. Deshalb sorgt der Erziehungsverantwortliche für Gesten, die vermitteln: „Auch wenn ich mit deinem Verhalten nicht einverstanden bin - du bist mir wichtig!“. Haim Omer nennt es „Verführung zum Guten“.
         

        1. TRANSPARENZ

        Gewalttätiges, gemeinschaftswidriges Verhalten tritt in einem sozialen Kontext auf und ist damit keine Privatsache, sondern eine öffentliche Angelegenheit, die die Gemeinschaft, bzw. das System als Ganzes betrifft. Fehlverhalten und dessen Wiedergutmachung wird transparent gemacht, ohne die Betroffenen zu beschämen oder anzuprangern (keine Veröffentlichung von Namen). Die Gemeinschaft hat das Recht zu erfahren, wie in einer bestimmten Angelegenheit vorgegangen wird, d. h., welche Maßnahmen erfolgen, um diese in Ordnung zu bringen.
         

        1. WIEDERGUTMACHUNG

        Wiedergutmachungsmaßnahmen dienen dazu, ein verlorengegangenes Gleichgewicht wiederherzustellen: der „Täter“/die „Täterin“ schafft damit einen Ausgleich, der notwendig ist, um seine Wiedereingliederung in die Gemeinschaft zu gewährleisten: er rehabilitiert sich und lernt Verantwortung für sein Verhalten zu übernehmen.